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Spiderman 3

Eben gerade musst ich ihn mir angucken. Spider Man 3. Und was bekommt man?
Einen Frauenfilm, einen dermaßen kitschigen und hanebüchenen Film, dass man Ausschlag bekommt.
Gleich zu Anfang wird einem in einem endlosen, an den Nerven zährenden Vorspann die gesamte Handlung der letzten beiden Teile erklärt (die war ja auch dermaßen durchdacht und verworren, dass man locker 3-4 kleine Bildschnipsel braucht um alles wiederzugeben). Es soll ja immer noch solche Leute geben, die in einen dritten Teil von irgendwas gehen. Oft hört man:
- "Na, haste schon Spider Man 3 gesehen?"
- "Nein, ich fand schon 1 und 2 behämmert."
- "Weiß nicht, die hab ich noch nicht gesehen."
Dass solche Idioten auch nie aussterben!
Dann geht der Film mit einer vor Effekthascherei strotzenden Schwingszene durch ein in goldenes Licht getauchtes Manhattan los, und man denkt, "ja, gott sei dank, wird keine bräsige Rede gehalten, diesmal gibt es Action ohne Grenzen!" Doch dann weicht dieser Gedanke der Ernüchterung, die eintritt, wenn Maguires spießige Stimme sagt: "Hallo, ich bin die nette Spinne von nebenan." Ein paar der Trottel in der letzten Reihe sagen "lol". Mehr aber auch nicht.
Daraufhin gibt es erstmal eine gute halbe Stunde Liebesgeplenkel mit der hässlichsten Frau der Welt, Kirsten Dunst, die ihre Rolle überzeugend dumm und bräsig rüberbringt. Das einzige Highlight im Film.
Natürlich gibt es auch diesmal wieder mutierte Bösewichte ("o mein gott, er ist in eine Kammer voll grünem Rauch gestiegen!", "o mein gott, er ist in einen Bottich mit Sand gefallen!", "o mein gott, er ist von einem außerirdischen Racheengel befallen worden!" ), doch sind diese wie immer nicht im klassischem Sinne böse, sondern eher vom Typ "Ich bin vom Schicksal gebeutelt und wollte doch nur meine Tochter vor ihrer unheilbaren Krankheit retten" und "Ich bin von einem außerirdischem Racheengel befallen worden". Das nervt. Denn durch diesen absoluten Tabubruch bei Actionfilmen, fällt es schwer zu hoffen, dass Spidey die Dreckskerle um die Ecke bringt. Es wird sowieso niemand von den Bösen um die Ecke gebracht. Nur Harry Osborn, der sich gegen Ende genau im richtigen Moment mit Spidey verbündet um MJ aus den Fängen von Venom (dessen Name kein einziges Mal fällt, undankbar) zu befreien. Dabei kratzt er ab. Schön schnulzig vor der Skyline. Genug Drama um vielleicht ein 10jähriges Mädchen zum Flennen zu bringen, aber sein wir doch mal ehrlich, wer mochte diesen Bonzenschönling denn wirklich?
Und als Spidey dann mal endlich jemanden umlegt, flennt die Großtante gleich rum und sagt dunkle, weise Botschaften wie "Rache ist Blutwurst" und "Dein Großonkel hätte sicher nicht gewollt, blablabla..."
Ansonsten zeichnet sich der teuerste Film aller Zeiten vor allem durch peinliche Komedieeinlagen und bräsige Reden ("Du musst an dich glauben", "Finde zu dir selbst" ) aus. Von Action keine Spur.
Bei dem furiosen Finale hatten die Drehbuchschreiber offenbar Schwierigkeiten, sich aus einer Sackgasse, in die sie sich selber reingeritten haben, zu befreien, so beschleißen sie kurzerhand, dass "ab jetzt außerirdische Racheengel durch den Ton, der entsteht, wenn man auf Metallröhren haut zu besiegen sind!" Jämmerlich!
Immerhin zeigt er Mut: in der heutigen Zeit gehört einiges an Mumm dazu, Spidey vor der amerikanischen Flagge auftreten zu lassen. Das ist ja so, als würden wir einen Superhelden vorm Hakenkreuz positionieren...
18.5.07 10:07
 


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